Update8/17/2020

Die Auswirkungen von COVID-19 auf die Baubranche: Wird 2021 ein weiteres Krisenjahr folgen?

Seit Ausbruch der Corona-Pandemie zeigt sich eines ganz deutlich: Finanzielle Sicherheit kann sehr schnell ins Wanken geraten. Sogar das Baugewerbe – jahrelang von wirtschaftlicher Stabilität verwöhnt – ächzt unter den Beschränkungen und den Folgen, die die Gesellschaft noch lange beschäftigen werden. Das Virus macht auch an Branchengrenzen nicht halt.

Die Arbeitslosigkeit ist auch Ende Juli noch auf Rekordniveau

Im März dieses Jahres stieg die Arbeitslosigkeit aufgrund der Maßnahmen im Kampf gegen die Pandemie schlagartig an. Die Zahlen des vergangenen Monats zeigen, dass die Erwerbslosigkeit österreichweit noch 41% über Vorjahresniveau liegt. Auch die Branchenzahlen des Baugewerbes sind erschreckend: Die Arbeitslosigkeit lag im April um 112% über dem Vorjahreswert und auch im Juli ist noch immer eine Erhöhung um 46% zu verzeichnen.

Experten sind sich einig: Die Konsequenzen der Pandemie werden auch im kommenden Jahr zu spüren sein. "Die Wirtschaftskrise wird spätestens Ende 2021 an vielen Türen klopfen und läuten", befürchtet der Bundesvorsitzende der Gewerkschaft Bau-Holz und SPÖ-Sozialsprecher Josef Muchitsch mit Blick auf das derzeitige Rekordhoch der Arbeitslosigkeit in Österreich. Der langsame Rückgang der Arbeitslosigkeit ist also trügerisch.

Es bleibt abzuwarten, ob das Baugewerbe, die Behörden und der Bund gemeinsam die Krise abwenden können

Die Behörden – von Landesamts- bis hin zur Stadtverwaltung – sind gefragt: Es gilt, die vorliegenden Baugenehmigungen zügig zu bearbeiten und sicherzustellen, dass auch ab dem zweiten Quartal des nächsten Jahres Aufträge vergeben werden können. Eine erneute Unterbrechung würde die Branche schwer treffen. Ein Vergabestillstand, sehr vorsichtige oder gar fehlende Investitionen haben zur Folge, dass die wirtschaftliche Sicherheit weiter schwindet.

Risiken zu minimieren hat nun oberste Priorität

Erfolg und Misserfolg hängen wie so oft in dieser Krise davon ab, inwiefern es den betroffenen Parteien möglich ist, flexibel auf neue Anforderungen zu reagieren. In den nächsten Monaten wird sich zeigen, ob die Gratwanderung zwischen Risikominimierung und Umsatzstreben genügend Stabilität für die kommende Wintersaison und das folgende Jahr gibt. Sinnvolle Kosteneinsparungen bei der Lagerhaltung, der Wartung und der Baustellendisposition sind in diesen Zeiten unverzichtbar. Auch die Ausweitung der Vertriebswege bietet eine Möglichkeit, die Rentabilität zu steigern.

Hygienische Vorsichtsmaßnahmen und Sicherheitsabstände führen dazu, dass etablierte – analoge – Prozesse zum Erliegen kommen. Die daraus resultierende Lähmung während der letzten Monate zeigte, dass sich etwas ändern muss, um zukünftig handlungsfähig zu sein – und auch zu bleiben.

Letztlich bleibt abzuwarten, wie herausfordernd das kommende Jahr für die Baubranche sein wird. Nur eines ist sicher: Diese Pandemie ist eine Krise, die nur gemeinsam zu bewältigen ist. Egal, ob Verwaltungsorgane, das Baugewerbe oder Baumaschinenvermietungen – das Resultat effektiver Entscheidungen und partnerschaftlicher Zusammenarbeit wird darüber entscheiden, wie Covid-19 die Branche verändern wird.

Zur Übersicht

Weiterführende Beiträge